Energielexikon  

Energie von A-Z.

 

ECN Energy© Online-Lexikon erklärt Begriffe und Abkürzungen zum Thema Stromversorgung.
 

Abwärme
Wärme, die bei der Stromerzeugung abgegeben wird. Sie kann nutzbar gemacht und zu Heizzwecken an den Verbraucher weitergeleitet werden.

Ampere [A]
ist die Stärke eines zeitlich unveränderlichen elektrischen Stromes, der durch zwei parallel im Abstand von 1 m im Vakuum angeordnete geradlinige, unendlich lange Leiter mit vernachlässigbar kleinem, kreisförmigen Querschnitt fließend elektrodynamisch die Kraft 0,2 x 10 µN je m Leiterlänge zwischen diesen Leitern hervorrufen würde.

Anmeldeleistung
Benötigte Leistung (in kW) des Kunden, die er vor der Versorgung anmeldet.

Arbeit
Der verbrauchte Strom wird als elektrische Arbeit bezeichnet. Die Arbeit wird in Kilowattstunden (kWh) gemessen.

Arbeitspreis
Der Arbeitpreis ist der Preisbestandteil, der von der verbrauchten Strommenge abhängig ist. Mit dem Arbeitspreis werden alle Kosten für Stromerzeugung und Transport von Strom abgedeckt sowie Steuern und Abgaben.

AVBEItV
Verordnung über allgemeine Bedingungen für die Elektrizitätsversorgung von Tarifkunden. Danach müssen Elektrizitätsversorger jedermann an ihr Versorgungsnetz anschließen und in Niederspannung zu allgemeinen Tarifpreisen versorgen. Die AVBEItV regelt u.a. die Versorgungspflicht des Stromversorgers und seine Haftung bei Nichtlieferung.

Bandstromlieferung
Bandstromlieferung ist die Stromlieferung einer konstanten Leistung zu günstigen Bedingungen.

Blindleistung
Für den Aufbau eines dauernd wechselnden Magnetfeldes in einer Spule bei Wechselspannung ist eine Leistung erforderlich, die jedoch nicht verbraucht wird. Für den Aufbau des Magnetfeldes nimmt die Spule diese Leistung aus dem Netz auf, das zusammenfallende Magnetfeld gibt die Leistung wieder an das Netz zurück. Die Leistung wird nur für einen kurzen Zeitabschnitt in der Spule als magnetische Energie gespeichert, man bezeichnet sie deshalb auch als Magnetisierungsleistung oder Blindleistung.

Blockheizkraftwerk
Mit Verbrennungsmotoren oder Gasturbinen arbeitendes Heizkraftwerk, das Industriebetriebe oder Wohnviertel mit Strom und Wärme versorgen.

Diskriminierungsverbot
Natürliche Monopole wie der Netzbetrieb dürfen nicht zur Benachteiligung von Mitbewerbern genutzt werden.

Doppeltarifzähler
Zähler, mit dem der Strom am Tag in zwei Zeiträumen getrennt gemessen werden kann. Damit besteht die Möglichkeit unterschiedliche Preise je Kilowattstunde für den Tag- und Nachtverbrauch anzubieten. Den Strom der am Tag verbraucht wird (in der Regel von 6.00 - 22.00 Uhr) nennt man Hochtarif, den der nachts verbraucht wird, Niedertarif.

Drehstrom
Drehstrom (400 V) ist eine besondere Art des Wechselstroms und im Sprachgebrauch die übliche Bezeichnung für den Dreiphasenstrom. Drehstrom von 400 V Leiterspannung wird heute bei den meisten Stromversorgungsanlagen verwendet.

Durchleitung
Netzdienstleistung, die ein Netzbetreiber für Stromlieferungen eines Mitbewerbers an Kunden zur Verfügung stellt. Dafür sind an den Netzbetreiber Durchleitungsentgelte zu entrichten. Neue Bundesländer: Für die neuen Bundesländer gilt bis Ende 2002 eine Übergangsregelung zum Schutz der Braunkohlewirtschaft, die ein Recht auf Durchleitung einschränkt.

EEG
Am 1.April 2000 ist das Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien (EEG) in Kraft getreten. Mit der Einführung des EEG will der Gesetzgeber im Interesse des Klima- und Umweltschutzes eine Verdopplung des Anteils erneuerbarer Energien am gesamten Energieverbrauch bis zum Jahr 2000 erreichen. Dieses Gesetz bringt - wie das KWK-Gesetz - neue finanzielle Belastungen für Energieversorger und Kunden mit sich.

Elektrizitätsversorgungsunternehmen (EVU)
EVU sind alle Unternehmen und Betriebe, die andere EVU oder Endverbraucher mit elektrischer Energie versorgen.

Energiewirtschaftsgesetz (EnWG)
Das Zweite Gesetz zur Neuregelung des Energiewirtschaftsrechts trat am 13. Juli 2005 in Kraft. Mit dem in Artikel 1 definierten Gesetz über die Elektrizitäts- und Gasversorgung (Energiewirtschaftsgesetz – EnWG) soll eine möglichst sichere, preisgünstige, verbraucherfreundliche, effiziente und umweltverträgliche leitungsgebundene Versorgung der Allgemeinheit mit Elektrizität und Gas angestrebt werden.

Erdgas
Gasförmiger fossiler Brennstoff, wird aus unterirdischen Vorkommen gefördert und zunehmend für die Stromerzeugung verwandt. Erdgas gilt im Verhältnis zu Erdöl oder Kohle als umweltfreundlicher Energieträger.

Fernwärme
Wärmeversorgung von Haushalten mittels Warmwasser- oder Dampfrohrsystem. Die Wärme wird dabei durch ein zentrales Heizkraftwerk oder ein dezentrales Blockheizkraftwerk erzeugt.

Fernwärmeauskopplung
Auskopplung von Dampf zu Heizzwecken aus dem Gas- und Dampfprozess einer modernen Stromerzeugungsanlage

Fernwärmenetz
Verteilungssystem zur Wärmeversorgung von Haushalten, bestehend aus Dampf- oder Warmwasserleitungen.

Frequenz
In Deutschland wird Wechselstrom geliefert, d.h. der Strom wechselt die Polung mehrmals pro Sekunde. Die Wechselhäufigkeit wird als Frequenz bezeichnet und in Hertz gemessen (Anzahl der Wechsel pro Sekunde). In Deutschland wechselt der Strom seine Polung 50 mal in der Sekunde, die Frequenz ist also 50 Hertz.

Gas- und Dampfturbinenanlage
Anlage zur Stromerzeugung, die Verbrennungsprozesse und Dampfentspannung kombiniert.

Generator
Gerät zur Umwandlung von mechanischer Energie in elektrische Energie

Gigawatt (GW)
1 GW = 1000 MW = 1 Milliarde Watt

Gleichstrom
Gleichstrom ist elektrischer Strom gleich bleibender Richtung. Reiner Gleichstrom entsteht auf chemischen Wege in galvanischen Elementen, Akkumulatoren oder Brennstoffzellen. Bei der Stromübertragung wird bei großen Entfernungen Wechselstrom durch einen Gleichrichter zu Gleichstrom umgeformt, um Spannungs- und Frequenzschwankungen zu verhindern.

Grundpreis
Der Grundpreis ist der Preisbestandteil, der von der verbrauchten Strommenge unabhängig ist. Er wird zumeist monatlich erhoben. Er deckt die Kosten für Leistungsbereitstellung, Abrechung, Zählermiete und allgemeine Vertriebskosten.

Heizkraftwerk
Kraftwerk zur gleichzeitigen Erzeugung von thermischer und elektrischer Energie mittels Nutzung der Abwärme. Diese Methode der Energiegewinnung zeichnet sich durch einen hohen Wirkungsgrad aus.

Jahresrechnung
In der Regel bezahlen Sie jeden Monat einen gleichbleibenden Abschlag für Ihre Stromlieferung. Einmal im Jahr werden die verbrauchten Kilowattstunden auf Ihrem Zähler abgelesen und anhand dieser Daten eine exakte Jahresrechnung erstellt. In dieser ist genau dargestellt, wie viel Strom Sie im zurückliegenden Jahr verbraucht haben, welche Preise Ihnen dafür in Rechnung gestellt wurden und wie viel sie bereits durch Ihre Abschlagszahlungen bezahlt haben.

Kilowatt (kW)
Einheit zur Leistungsmessung: 1 kW = 1000 Watt

Kilowattstunde (kWh)
Maßeinheit für die elektrische Arbeit, die 1.000 Watt (1 kW) in einer Stunde vollbringen. Benutzen sie z. B. einen Staubsauger mit 1000 Watt Leistung, verbrauchen Sie 1 kWh, wenn sie eine Stunde lang Ihre Wohnung saugen. 1 MWh (Megawattstunde) = 1.000 kWh 1 GWh (Gigawattstunde) = 1 Mio. kWh 1 TWh (Terrawattstunde) = 1 Mrd. kWh

Konzessionsabgabe
Gesetzlich festgelegte Abgabe, die an die Gemeinde zu bezahlen ist, in der Sie leben, dafür dass Ihre Gemeinde dem örtlichen Energieversorger das Recht zur Verlegung von elektrischen Versorgungsleitungen in ihren Straßen, Wegen und Plätzen überlässt. ( je nach Größe der Gemeinde zwischen 1,33 ct/kWh und 2,40 ct/kWh ).

Kraft-Wärme-Kopplung
Methode zur gleichzeitigen Gewinnung von elektrischer und thermischer Energie in Heizkraftwerken.

KWKG
Am 18. Mai 2000 wurde das Gesetz zum Schutz der Stromerzeugung aus Kraft-Wärme-Kopplung (KWK-Gesetz)erlassen. Das KWK-Gesetz dient dem befristeten Schutz der Kraft-Wärme-Kopplung in der allgemeinen Versorgung im Interesse der Energieeinsparung und Klimaschutz. Dieses Gesetz führt - wie das EEG - zu zusätzlichen finanziellen Belastungen für Energieversorger und Kunden.

Lastprofil/Lastkurve
Die repräsentative Verbrauchskurve eines Kunden über 24 Stunden.

Leistung
Die elektrische Leistung beschreibt die Intensität, mit der zu einem Zeitpunkt Energie erzeugt oder verbraucht wird (Leistung = Arbeit dividiert durch Zeit). Je höher die Leistung eines elektrischen Gerätes ist, desto mehr Energie (d.h. Arbeit) wird in einer Zeiteinheit verbraucht. Maßeinheit: Watt (W) oder Kilowatt (kW).

Leistungspreis
Der Leistungspreis ist bei größeren Stromkunden ein Element des Strompreises (s. Arbeitspreis). Er ist in der Regel abhängig von dem jeweils höchsten Leistungswert pro Monat (EURO pro kW und Monat).

Liberalisierung
Am 24. April 1998 verabschiedete der Deutsche Bundestag das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) mit dem die monopolistischen Strukturen der Strombranche aufgehoben wurden. In kürzester Zeit entwickelte sich auf dem Energiemarkt ein harter Wettbewerb, der zu teilweise massiven Preissenkungen führte.

Megawatt (MW)
1 MW = 1000 kW = 1 000 000 Watt

Nachtspeicherheizung
Nachtspeicherheizungen erzeugen mit verbilligtem Nachtstrom Wärme und speichern diese in zumeist keramischen Materialien. Die Wärme geben sie über den Tag verteilt wieder ab. Moderne Speicherheizungen ermöglichen eine so genannte Tagnachladung, die zumeist in den frühen Nachmittagsstunden stattfindet.

Nachtstrom
Strom, der zu bestimmten Niedrigtarif-Zeiten nachts und ggf. am Wochenende bezogen wird. Nachtstrom wird mittels Zweitarifzähler (HT/NT-Zähler) oder separatem Nachtstromzähler für Speicherheizungen gemessen und mit eigenen Tarifen abgerechnet.

Netzbetreiber
Unternehmen, das Stromerzeugern und Stromkunden eigene Verteilernetze zur Verfügung stellt. In der Regel Ihr örtlicher Energieversorger.

Primäre Energieträger
Zur Gewinnung von Energie verwendbare Rohstoffe. Dazu gehören neben den weitverbreitet genutzten fossilen Energieträgern wie Kohle, Erdöl und Erdgas auch erneuerbare Energieträger wie Wasser, Wind und Sonne.

Regenerative Energien
Zu den regenerativen oder auch erneuerbaren Energiequellen werden die primären Energieträger Sonnenstrahlung, geothermische Energie und Wasserkraft gezählt. Im Gegensatz zu Kohle, Erdöl, Erdgas und den Kernbrennstoffen werden diese Energiequellen auch in fernster Zukunft in nahezu gleichbleibendem Umfang Energie liefern können.

Schadstoffemissionen
Ausstoß Gesundheits- oder Umweltschädigender Elemente oder Verbindungen.

Spannung
Die Spannung wird in Volt gemessen. Der Strom wird vom Kraftwerk in das Stromnetz eingespeist, der Kunde entnimmt den Strom aus dem Stromnetz an seiner Anlage. Die Übertragung des Stroms geschieht auf verschiedenen Spannungsebenen. Kraftwerke speisen den erzeugten Strom üblicherweise in ein Hochspannungsnetz ein, die Unternehmen entnehmen dagegen bei Mittel- oder Niederspannung.

Strombörse
Stromerzeuger und Trader bieten hier Wochen-, Tages- und Stundenprodukte an, deren Tarife sich an der momentanen Marktlage orientieren. Bisher in Deutschland noch nicht realisiert.

Stromerzeuger
Unternehmen, das aus primären Energieträgern für den Verbraucher nutzbare elektrische Energie gewinnt. Laut Gesetzesnovelle zum Energiewirtschaftsrecht vom 29. April 1998 sind Stromerzeuger nicht auf den Betrieb eines eigenen Verteilernetzes angewiesen.

Strompreis
Der Strompreis setzt sich zusammen aus Kosten der Stromerzeugung, Kosten der Netznutzung sowie sonstigen Kosten wie z.B. der Zählermiete, zzgl. Steuern und Abgaben.

Stromtransport
Der Stromtransport umfasst die Übertragung von elektrischer Energie im Höchst- (220 bis 380 kV) und Hochspannungsnetz (über 110 kV) vom Ort der Stromerzeugung bis zum Anschlusspunkt eines Verteilungsnetzes (kleiner 110 kV).

Transformator
Ein Transformator wandelt Wechselstrom von niedriger in hohe Spannung oder von hoher in niedrige Spannung um. Je nach Art des Kraftwerks erzeugen die verwendeten Generatoren Spannungen zwischen 6.000 und 30.000 Volt. Transformatoren wandeln diese Spannungen in Hoch- und Höchstspannungen von 110.000 bis zu 380.000 Volt um. Dadurch lässt sich elektrische Energie über lange Strecken mit geringeren Verlusten zum Verbraucher transportieren. Dort wird jedoch vorwiegend die niedrige Gebrauchsspannung von 230 bzw. 400 Volt verlangt. Eine ganze Kette von Transformatoren sorgt deshalb dafür, dass die hohen Spannungen bis zur Haushaltssteckdose auf die Gebrauchsspannung herabgesetzt werden.

Umsatzsteuer
Wie alle Waren, ist der Verkauf von Strom umsatzsteuerpflichtig.

Unbundling
Wirtschaftliche Trennung von Stromerzeugung, Stromübertragung und Stromverteilung. Es dient als Berechnungsgrundlage für z.B. die Ermittlung von Durchleitungsentgelten.

Verbändevereinbarung
Ende September 1999 einigten sich der Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI), die Vereinigung Deutscher Elektrizitätswerke (VDEW) und der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) auf neue Regeln zur Netznutzung und zur Ermittlung der Durchleitungsentgelte. Die Vereinbarung trat am 1.1.2000 in Kraft und läuft zunächst bis zum 31.12.2001.

Versorgungssicherheit
Für den ordnungsgemäßen Betrieb der Stromnetze und damit für die sichere Stromversorgung der Kunden ist weiterhin der Netzbetreiber - also der Stromversorger vor Ort - verantwortlich. Die Versorgungssicherheit ist von dem Stromlieferanten völlig unabhängig.
Anspruch des Kunden auf lückenlose Stromversorgung. Durch vertragliche Regelungen sind Verantwortungsbereiche für Netzbetreiber und Stromerzeuger festgelegt, der Netzbetreiber ist dabei für den ordnungsgemäßen Betrieb seines Netzes und somit für die Versorgungssicherheit zuständig.


Wärmekraftwerk
In einem Wärmekraftwerk werden die Energieträger Kohle, Erdöl oder Erdgas verbrannt. Bei diesem chemischen Umwandlungsprozess entsteht Wärme, wodurch im Kessel des Kraftwerks Wasserdampf erzeugt wird. Der Dampf wird auf möglichst hohen Druck und hohe Temperatur gebracht, damit er besonders energiereich in die Turbine einströmt. Die Turbine treibt den Generator an, der elektrische Energie erzeugt.

Watt
Einheit für die Leistung (nach James Watt). 1 W = 1 J/s = 1 Nm/s.

Wirkungsgrad
Maß für die tatsächlich nutzbare Energie bei der Umwandlung eines Primärenergieträgers in andere Energieformen

Zählermiete
Für die Installation, Ablesung und Abrechnung des Zählers, der Ihren Stromverbrauch misst verlangt Ihr örtlicher Energieversorger eine Zählermiete, die auch Verrechnungspreis genannt wird. Der Verrechnungspreis fällt immer in gleicher Höhe an, unabhängig davon, wie viel Strom Sie verbraucht haben.