Wieder etwas dazu gelernt…

16.10.2012 21:42

Wieder etwas dazu gelernt…

Ökostrom-Umlage war längst noch nicht alles

Für deutsche Verbraucher wird Energie nicht nur durch die höhere Ökostrom-Umlage teuer. Für andere Kosten planen Stromnetzbetreiber zusätzliche Preissteigerungen von bis zu 20 Prozent.

Die Erhöhung der Ökostrom-Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) war lediglich ein Teil der absehbaren Kostenbelastung der deutschen Stromverbraucher.

Darauf wies auch der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hin: Es gibt "weitere gesetzliche Umlage-Regelungen", die sich demnächst im Portemonnaie der Verbraucher bemerkbar machen werden: So geht etwa die Bundesnetzagentur davon aus, dass auch die Netzentgelte im kommenden Jahr steigen werden.

 

Hinzu kommen Haftungsübernahmen für die Betreiber von Offshore-Windparks, Umlagen für die Betreiber von Kraft-Wärme-Kopplungsumlagen und ähnliches mehr: "All diese Strompreisbestandteile werden entsprechend ansteigen".

"Es ist klar, dass die Unternehmen diese stark steigenden, vom Staat festgelegten beziehungsweise regulierten Bestandteile des Strompreises nicht mehr kompensieren können und an die Kunden weitergeben müssen".

Umlage steigt um nahezu 50 Prozent

Zunächst haben die vier großen Übertragungsnetzbetreiber ihre Prognose veröffentlicht, wie sich die "EEG-Umlage" zur Förderung von erneuerbaren Energien im kommenden Jahr entwickeln wird. Diese ist nun um fast 50 Prozent auf den Rekordwert von ca. 5,3 Cent pro Kilowattstunde gestiegen. Bisher hat die EEG Umlage bei 3,59 Cent gelegen.

Weil die Verbraucher auf die EEG-Umlage auch noch Mehrwertsteuer zahlen müssen, werden sie unter dem Strich sogar mit 6,2 Cent pro Kilowattstunde belastet. Ein Drei-Personen-Haushalt mit 3500 Kilowattstunden Verbrauch im Jahr, zahlt künftig nicht mehr 140, sondern rund 220 Euro pro Jahr für die Förderung der erneuerbaren Energien.

Verbraucher zahlen rund 20 Milliarden Euro

Die Netzbetreiber Amprion, Tennet, 50Hertz und TransnetBW begründeten die Erhöhung unter anderem mit der weiter wachsenden Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien in das Netz. Den Umlagebetrag für 2013 bezifferten sie auf 20,36 Milliarden Euro. In diesem Jahr hatten die Verbraucher noch rund 14 Milliarden Euro an die Betreiber von Solar-, Bio-, und Windkraftanlagen zahlen müssen.

In dem Betrag für 2013 sind "Nachzieheffekte" von rund 2,6 Milliarden Euro enthalten, weil die prognostizierten Ökostrom-Werte im vergangenen Jahr unterschätzt worden waren.

Auch müssen die Verbraucher erstmals in vollem Umfang eine "Liquiditätspuffer" zahlen, der die Netzbetreiber vor Finanzierungsproblemen schützen soll, falls das Wind- und Solarkraft-Aufkommen über den Erwartungen liegt.

Nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz sind die Netzbetreiber verpflichtet, jeden produzierten Ökostrom unabhängig von der Nachfrage vorrangig ins Netz einzuspeisen und nach gesetzlich fixierten Tarifen über 20 Jahre Laufzeit zu vergüten. Die Differenz zum eigentlichen Wert des Stroms, gemessen an den Großhandelspreisen der Europäischen Energiebörse, wird auf die Stromrechnung der Verbraucher umgelegt.

Strompreis wird wohl um zehn Prozent steigen

Während der Anstieg der EEG-Umlage in dieser Höhe bereits seit Wochen erwartet worden ist, hatten Politiker und Unternehmensverbände die ebenfalls stark steigenden Netzentgelte bislang nicht auf dem Radar. Hier ist jedoch noch nicht “das Ende der Fahnenstange erreicht“. Es kommt hier noch ein weiterer, beträchtlicher Kostenblock auf die Verbraucher zu.

So planen einige Verteilnetzbetreiber für 2013 bereits Entgelt-Erhöhungen von bis zu 20 Prozent. Inoffizielle Prognosen waren bislang von bestenfalls fünf Prozent Kostensteigerung ausgegangen.

Die Verteilnetzbetreiber müssen ihre Entgelte so stark erhöhen, weil sie etwa zum Anschluss von Solar- und Wind- und Offshore- Anlagen verpflichtet sind. Die Netzentgelte machten in etwa ein Viertel des Haushaltsstrompreises aus.

Fazit: Gut beraten ist, wer:

  1. einen pfiffigen ECN Energieberater kennt und
  2. einen Tarif mit Preisgarantie abgeschlossen hat
  3. alternativ hierzu kann man natürlich auch seine Glühlampen aus Klingel und Kühlschrank herausdrehen ;-)

Stellen Sie sich am besten darauf ein, dass es für uns ECN Energy Energieberater in den kommenden Jahren sehr sehr viele zu tun gibt…!